do you read me?!

Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

About | Contact | Account

News & Novelties
Magazines, Books & Goods
Subscription & Services

Likes:
Items / Cart:

Search

Since the 1960s, art and architecture have experienced a series of radical and reciprocal trades. While artists have simulated ‘architectural’ means like plans and models, built structures and pavilions outside art institutions, or intervened in urban and public spaces, architects have employed ‘artistic’ strategies inside art institutions, in exhibitions, biennales and art events. [expand title="more"]At the same time, art galleries and museums have combined both activities in an interdisciplinary, hybrid field, playing with the conditional differences between inside and outside the institution. Trading between Architecture and Art zooms in on specific examples or ‘cases’ of these two-way transactions: artists adopting architectural means on the one hand, and architects adopting artistic strategies on the other. In particular, this book, which is part of the Valiz vis-à-vis series, presents in-depth studies of both historical and contemporary examples of the transposition of means and strategies from architecture to art, and vice versa, up to the point that established understandings of institutional categories, disciplinary concepts, and concrete practices become interestingly opaque, and meanings provocatively uncertain.[/expand]

Jeroen Lutters 'In the Shadow of the Art Work' (Valiz vis-à-vis series) proposes an art-based learning beyond the arte fact. Art is a form of thinking and dialoguing; it is an unusual source of knowledge. In this publication the reader is introduced to Art-Based Learning, a method that enables the spectator to explore these dialogues, and ‘converse’ with art works. [expand title="more"]Art-Based Learning can refer both to learning about art as a source and learning about art as a means, e.g. the way art can generate insight into the significance of learning itself. The method offers the possibility to seek fresh correlations in a dialogue with the art work. Jeroen Lutters uses three triptychs to demonstrate, step by step, how relevant questions can produce a different perception and understanding, and how works of art, as ‘speaking objects’, can produce new experiences or new knowledge. In the Shadow of the Art Work is intended for students and teachers of art, art history, drama and cinema, literature, philosophy, anthropology, theology and interdisciplinary studies. The developed method is also highly suited to Artistic Research at academies of art, music, film and dance.[/expand]

The small independent fan-zine (DIN A5) from Berlin, with an even smaller lettering (8.5 pt), has been delighting its loyal readers for over 13 years. While some conduct an interview, mono.kultur takes the art of dialogue to the extreme with its extended question-answer game. The idea behind is simple: one issue, one artist, one interview. Right on time for the latest issue with fashion designer Iris van Herpen we met Kai von Rabenau, the driving force behind mono.kultur, to talk about the subtle art of an interview. In order to not be embarrassed in front of the master of vis-à-vis, we asked our questions à la carte. So from now on the rule is: one card, one question – following the motto ‘Play it as it lays’. More

Das kleine independent fan-zine (DIN A5) aus Berlin, mit dem noch viel kleineren Schriftzug (8.5 Punkt), beglückt seit über dreizehn Jahren seine treue Leserschaft. Während die einen ein Interview führen, treibt mono.kultur mit seinem extended Frage-Antwort-Spiel die Kunst des Dialogs auf die Spitze. Die Idee dahinter ist verblüffend einfach: Ein Heft, ein Künstler, ein Interview. Right on time für die neueste Ausgabe mit Modedesignerin Iris van Herpen, haben wir uns es nicht nehmen lassen und Kai von Rabenau, die treibende Kraft hinter mono.kultur getroffen, um über die Kunst des Interviews zu sprechen. Um vor dem Meister des vis-à-vis nicht in Verlegenheit zu geraten, stellten wir unsere Fragen à la carte. Also gilt von nun an: Eine Karte, eine Frage – frei nach der Devise ‚Play it as it lays‘. read English version Karte 1: Wie wählst Du deine Interview Partner?! Private Präferenzen?! Münze werfen?! Nische?! Wir versuchen immer die Großen zu bekommen, aber die wollen immer nicht… Bei Namen wie Ricardo Bofill, Kim Gordon, Ai Weiwei, Tilda Swinton klingt das eher nach falscher Bescheidenheit… Nein – also ja… Ehrlich gesagt, das ist die Frage, die wir am öftesten gestellt bekommen… Ich weiß nie genau, wie ich darauf antworten soll. Letztendlich läuft es bei uns eher organisch ab. Die Leute, die uns im Kopf für eine Ausgabe vorschweben, sind auf jeden Fall immer Menschen, die wir auf die ein oder andere Weise bewundern. Seid ihr von Anfang an das gleiche Team gewesen oder hat sich die Zusammensetzung über die Zeit hinweg verändert?! Wir sind eine Gruppe von etwa 8 Redakteuren. Teilweise sind das Journalisten, teilweise Grafiker oder Leute, die in der Kunstwelt arbeiten. Da darunter oft auch Leute aus dem Ausland sind, hat sich die Konstellation bei mono.kultur über die Jahre schon verändert. Hinzu kommt, dass einige wegziehen oder Kinder kriegen – oder sich dazu entscheiden, etwas Richtiges aus ihrem Leben machen zu wollen… Entscheidet ihr demokratisch, wem die nächste Ausgabe gewidmet werden soll?! Teils, teils. Richtig abgestimmt wird bei uns eigentlich nie. Heiß diskutiert aber schon. Dabei fallen dann schon einige Kandidaten unter den Tisch. Und bei denjenigen, die noch übrig sind, wird dann erst einmal angefragt. Das kann teilweise wirklich lange dauern. Oftmals ist es gar nicht die fehlende Lust, sondern schlichtweg eine Zeitfrage. Es kann durchaus passieren, dass man über zwei oder drei Jahre hinweg immer wieder anfragt, bis es dann irgendwann mal klappt. Bei anderen geht es dann wiederum ganz schnell, das ist auch manchmal eine Sache des Glücks. Das heißt einfach dreist sein und dran bleiben?! Man sollte auf jeden Fall einen langen Atem zu haben. Es ist ja auch nicht unschön, wenn man jemanden ein ganzes Heft widmen will, oder? Oftmals spielt auch die Überlegung rein, dass wir versuchen nicht allzu sehr in einem Bereich zu bleiben, sondern ganz unterschiedliche Leute, aus unterschiedlichen Sparten zu bekommen. Dieses breite Spektrum ist aber vor allem für uns wichtig. Sonst würden wir uns allzu schnell langweilen. Das wahnsinnig Tolle daran ist ja, dass man sich manchmal Leute aussucht, die man vielleicht selbst noch gar nicht so zu schätzen weiß, sondern erst dadurch für sich entdeckt. Wie ein Stück Musik, in das man erst hineinwachsen muss. Es sind aber nicht nur persönlichen Präferenzen, die in unsere Auswahl reinspielen. Nische und Bekanntheitsgrad spielen dabei schon auch eine Rolle, aber gar nicht so sehr in dem Sinne, dass wir bewusst auf Nische setzen. Es ist eher umgekehrt. Wir müssen manchmal ein wenig aufpassen, dass wir nicht zu nischig werden. Es gibt auch immer mal wieder Leute, die wir wahnsinnig toll finden, die aber eigentlich nur in Deutschland bekannt sind. Das funktioniert dann für uns leider auch nicht. Karte 2: Seit den Nullerjahren hat sich einiges in der independent Magazin-Szene verändert. Vieles, was zuvor undenkbar gewesen ist, wurde durch das Desktop-Publishing erst möglich. Neben der Sonnenseite des Self-Publishing gibt es aber auch einige Hürden und Herausforderungen wie zum Beispiel der Vertrieb. Was würdest Du jemanden raten, der ein Magazin machen will?! Mach nie ein Magazin! Lass es bleiben! Dumme Idee! Hast du den Arbeitsaufwand am Anfang unterschätzt?! Ja und nein. Unterschätzt und überschätzt. Ehrlich gesagt, wir hatten uns darum zu Anfang gar nicht so viele Gedanken gemacht. Wir hatten einfach Lust, das zu machen und haben angefangen. Aber es wurde dann relativ schnell sehr, sehr viel Arbeit. Ich habe damals als Fotograf gearbeitet und hatte dann plötzlich zwei Vollzeitjobs. Beides gleichzeitig unter einen Hut zu bekommen, wurde dann über kurz oder lang kompliziert. Wie sieht es denn mit Startkapital aus?! Das ist natürlich hilfreich, aber nicht zwingend nötig. Also wir hatten überhaupt kein Geld. Wir waren alle Studenten und sind da mit Null reingegangen. Wir wollten am Anfang ein klassisches Interview Magazin machen, zweimal im Jahr, mit acht bis zehn Interviews. Die erste Ausgabe war eigentlich schon zu drei Viertel fertig und die Dummy Ausgabe gedruckt, als wir von Firma zu Firma zogen, um Anzeigen zu akquirieren. Die meisten haben uns wirklich aus dem Büro gelacht. Dann kamen die ersten Kostenvoranschläge von diversen Druckereien… Uns wurde schnell klar, dass wir das Magazin so, wie wir es eigentlich geplant und konzipiert hatten, unter keinen Umständen finanziert bekommen werden. Bis zu dem Zeitpunkt hatten wir bereits über ein Jahr an der Ausgabe gearbeitet, als plötzlich diese riesige Mauer vor uns war. Wir standen so kurz davor, alles hinzuschmeißen. Also haben wir uns noch einmal zusammengesetzt und überlegt, wie man die Produktionskosten auf ein Minimum reduzieren kann. Da war dann so ein magischer Moment, als wir uns fragten, was passieren würde, wenn wir die Interviews nicht in einem Heft veröffentlichen, sondern einzeln. Und plötzlich war uns klar, dass das eine viel spannendere Idee im Raum stand, als wir bis dahin hatten – dass das Potential zu etwas ganz Neuem hatte, was es so noch nicht gab. Aus der Stringenz von dem Format ergaben sich ziemlich bald zahlreiche völlig unerwartete Möglichkeiten und Freiheiten, im Design und in dem Umgang mit den Interviews… mono.kultur ist sozusagen durch totalen Geldmangel entstanden. Und einer Portion Glück. Karte 3: Bist du adlig?! Selbstverständlich. Aber leider verarmter Adel… Wie lautet euer Geheimrezept?! Und seit ihr eher ein Zine oder Magazin?! Mittlerweile bezeichne ich uns gerne als das ultimative Fanzine. Früher war mir der Begriff eher unangenehm, weil ich nicht mit selbstgebastelten Heftchen in Verbindung gebracht werden wollte, aber wenn man sich das mal nüchtern ansieht: jede mono.kultur beschäftigt sich über 40 Seiten fast schon obsessiv mit einer einzigen Persönlichkeit. Das fängt bei dem Gespräch an und hört mit der Auswahl des Papiers auf, da ist wirklich jedes noch so kleine Detail auf den oder die Künstlerin zugeschnitten… Das darf man wohl schon als Fanzine bezeichnen. Aber unser Urgedanke war tatsächlich, lange und sehr ausführliche Interviews zu führen, die auch schon mal mehrere Stunden dauern können. Ich finde, dass Interviews die schönste und ungefiltertste Art ist, mehr über einen Menschen und sein Leben zu erfahren. Bei Essays oder Porträts, im klassischen Sinne, habe ich immer den Eindruck, dass es in erster Linie gar nicht so sehr um die zu portraitierende Person an sich geht, sondern oftmals genauso viel um die Meinung des Journalisten. Das, was der Leser letztendlich zu lesen bekommt, ist radikal gefiltert und verzerrt. Karte 4: Die meisten Magazine kreisen um aktuelle Diskurse oder wichtige Debatten, gehen also eher mit der Zeit, wenn man so will. Bei mono.kultur würde ich behaupten, verhält es sich eher andersrum. Wie passt das zusammen?! Einige Ausgaben sind auch für uns zeitlos, Menschen, die wir einfach grundlegend spannend und relevant finden. Andere wiederum speisen sich indirekt aus dem aktuellen Zeitgeist. Zeitgenössische Themen spielen bei uns eine nicht unwichtige Rolle, wenn auch nicht so explizit. Aber viele Ausgaben sind indirekt eine Antwort auf Themen, die gerade in der Luft liegen. Unsere Ausgabe mit Fatima al Quadiri ist zum Beispiel mit Sicherheit aus der Trump-Ära heraus entstanden. Oder unsere letzte Ausgabe mit Francis Kéré – Afrika ist seit einiger Zeit sehr präsent in den Medien, Schlagwörter wie Nachhaltigkeit und Klimawandel sind Themen, die indirekt bei der Ausgabe mit einwirken, auch wenn es nicht explizit besprochen wird. Aber Kéré hat einen fundamental eigenen Ansatz und Anspruch an Architektur, und versucht, auch diese Fragen mit zu denken und neue Lösungen zu finden. Da liegt die Verbindung zu ‚Friday For Futures‘ nicht fern, und es ist sicher kein Zufall, dass wir dieses Heft ausgerechnet jetzt gemacht haben, auch wenn wir dessen oft im Vorfeld nicht so bewusst sind. Im Anschluss an die Ausgabe habt ihr zusammen mit Francis Kéré und dem DAZ (Deutsches Architektur Zentrum) ein Symposium, den Y-Table ‚We need to talk!‘ veranstaltet. Es ging darum, inwieweit Architektur sozialen Zusammenhalt stiften kann und muss. Wie sieht es denn generell mit Veranstaltungen aus? Ist das ein Teil der mono.kultur’schen Philosophie oder eher etwas, was nebenbei läuft?! Es war echt total toll, noch einmal die Chance zu bekommen, Francis Kéré live zu erleben, nachdem wir ihn so ausführlich in dem Heft besprochen hatten. Wir haben früher sehr viel nebenher gemacht. Neben der Launch-Party für die erste Ausgabe haben wir mit der israelischen Autorin Zeruya Shalev (mono.kultur #04) eine Lesung veranstaltet, oder in Kooperation mit dem Babylon Kino, im Zuge unserer Ausgabe zu dem französischen Filmemacher François Ozons (mono.kultur #06) eine Retrospektive organisiert. Zur Eröffnung lief ein älterer Film von ihm, der zuvor noch nie in Deutschland ausgestrahlt wurde und extra mit der Diplomatenpost geliefert werden musste. Mit Tilda Swinton haben wir die Premiere von ihrem Film ‘I Am Love’ im Kino International veranstaltet. Solche Sachen waren wirklich schöne Momente und eine gute Ergänzung zu den Heften. Inzwischen machen wir das aber leider relativ selten – aus dem einfachen Grund, weil wir alle älter geworden sind und nicht mehr so viel Zeit dafür haben. Der Fokus liegt inzwischen in erster Linie auf dem Magazin. Karte 5: Um noch einmal zum Format des Interviews zurückzukommen: Wem kommt mono.kultur am nächsten?! Max Frisch (Fragebogen), Marcel Proust (questionnaire), Hitchcock x Truffaut (Le Cinéma selon Hitchcock), Moritz von Uslar (‚Auf ein Frühstücksei mit‘) oder …?! Es gibt tatsächlich ein direktes Vorbild: das französisches Musikmagazin Les Inrockuptibles. Das war früher ein wenig wie die Spex seinerzeit – nur mit französisch-intellektuellem Charme. Die haben genau das gemacht, was wir damals auch machen wollten – zufällig, natürlich – sehr, sehr lange Frage-Antwort-Interviews mit große und auch unbekannten Bands, Regisseuren und Schriftstellern, wie zum Beispiel das allerletzte Interview mit The Smiths. Das Heft war komplett in schwarz-weiss gedruckt, ganz trocken gestaltet und mit Interviews über zehn oder zwanzig Seiten. Trotzdem war es das einflussreichste Popkultur-Magazin in Frankreich zu seiner Zeit. Karte 6: Fiktives Gedankenspiel: mono.kultur #100: Kai von Rabenau. Wie würde deine tagline heißen?! Wie würdest Du dich vorstellen?! (mono.kultur ist berüchtigt für Sätze, die mindestens im Ohr, wenn nicht gar im Herz bleiben. Bei dem Frontsänger von Grizzly Bear, Chris Taylor, heisst es zum Beispiel „Asked a little boy what he wanted to become when growing up, Grizzly Bear’s Chris Taylor answered ‚a dolphin‘. At 30, the Seattle-born multi-instrumentalist and producer has certainly done and become many things, though obviously, not a dolphin.“ (Herz) Oder bei Marina Abramović „An artist should not make themselves into an idol/ An artist should not make themselves into an idol/ An artist should not make themselves into an idol.“ (Ohr) Nee, nee. Das sollen lieber die anderen machen… Karte 7: Wen hättest du liebend gerne interviewt – der- oder diejenige verweilt aber nicht mehr unter den Lebenden?! Pina Bausch! Die hatten wir tatsächlich angefragt. Sie war allerdings bekannt dafür, dass sie eigentlich keine Interviews gab. Die einzige Ausnahme waren kurze Gespräche für Japan. Einem Journalisten Freund von mir ist es gelungen, ein 10-minütiges Interview mit ihr zu machen. Als ich das gehört habe, habe ich ihm sofort unsere Hefte mitgegeben. Sie hielt die dann in der Hand und meinte: „Mmmmh..vielleicht.” Wir sollten uns noch einmal in einem halben Jahr bei ihr melden. In diesem halben Jahr ist sie dann tatsächlich gestorben… Ach, es gibt da einige. Mit Oscar Niemeyer hätte ich gerne ein Interview gemacht, das wäre sicher interessant gewesen. Mark Hollis von Talk Talk – inzwischen leider auch verstorben. Drei reichen, oder? Vielleicht Karl Lagerfeld? Karte 8: Wie lange ist die Liste der Potenziellen in cm?! In cm? Mmh, das dürften ungefähr 50 cm sein. In 8.5 Pkt.?! Vielleicht in 9 Pkt. Nein, es gibt natürlich total viele. Wir haben eine ellenlange Liste, von der leider auch viel brach liegt. Die, die wir am öftesten angefragt haben, sind sicher Radiohead. Geben leider auch sehr selten und ungern Interviews. Trotzdem fragen wir alle paar Jahre mal nach. Wir sind da sehr geduldig. Nur wenn sie sagen: „Nein! Bitte! Wir wollen nicht mehr von euch hören!“ Dann hören wir auch auf. Was ist mit Angela Merkel?! Wir versuchen eigentlich, im Kulturbereich zu bleiben, aber merkel.kultur würde gehen. Karte 9: Tops und Flops?! Tops ist auf jeden Fall die Zusammenarbeit mit den Künstlern, Journalisten und Designern. Einige nehmen sich viel Zeit für uns, und das ist das grösste Kompliment, das man uns machen kann. Wie bieten unseren Künstlern immer an, dass sie auf das Editing und auch die Gestaltung Einfluss nehmen können, und wenn Künstler wie Taryn Simon, James Nachtwey oder Tilda Swinton das sehr ernst nehmen und mitwirken, dann wissen wir wieder, warum wir das machen. Tilda Swinton hat uns zum Beispiel private Fotos von ihrem Handy zur Verfügung gestellt – das ist eine andere Art der Zusammenarbeit, die sehr anstrengend sein kann, aber auch sehr befriedigend, wenn daraus etwas Besonderes entsteht, was klassische Magazine sich in dieser Form nicht erlauben könnten. Oder unser Heft mit Sissel Tolaas, die uns herausforderte, eine Ausgabe nur mit Gerüchen zu produzieren. Diesen ganzen Prozess, wie eine Ausgabe entsteht, mag ich immer noch sehr gerne. Die Interviews und das Editing daran, wie ein Gespräch seine eigene Form findet. Oder natürlich das Design, wenn es darum geht, dieses Gespräch auf das Papier zu bringen. Wir laden regelmäßig externe Grafiker ein, um eine Ausgabe zu gestalten. Oftmals kommen dann ganz unerwartete Vorstellungen mit ins Spiel, man tauscht sich aus, macht sich Gedanken darüber, mit welchem Bildmaterial man arbeitet und so weiter. Ich mag auch die technische Seite; wenn die Hefte durch die Druckmaschine laufen, ist immer ein schöner Moment. Das ist ein alles ein sehr spannender Prozess, nach wie vor. Und Flops?! Kisten packen, Hefte wegbringen, Rechnungen stellen… Der ganze Kram ist schon wirklich nervtötend. Die zwei schwierigsten Punkte sind sicher Vertrieb und Finanzen. Das würde wahrscheinlich jeder sagen, der ein Magazin macht. Vertrieb ist auch noch nach zehn Jahren noch ungemein schwierig. Und die Buchhaltung ist eigentlich durch nichts zu rechtfertigen. Wir stellen im Jahr fast 1000 Rechnungen… Das ist total absurd. Dabei bleibt am Ende eigentlich kaum Geld übrig – was aber sicher auch eine Grundsatzentscheidung war bei mono.kultur, und auch nie der Anspruch. Es ist tatsächlich sehr schwer, von einem Magazin zu leben. Es geht schon, aber nur mit sehr viel Glück. Aber wenn ich die Ambitionen von, zum Beispiel, Flaneur sehe, ist das vielleicht auch ein wenig eine Generationsfrage. Wie meinst Du das?! Durch das Internet hat sich vieles verändert. Als wir angefangen haben, 2005, kam gerade Facebook auf den Markt… Ich kann mich erinnern, ich hatte über eine Freundin den Kontakt zu Louis Vuitton bekommen und damals die Marketingchefin in Paris getroffen. Ich glaube, sie wollte uns nur treffen, um zu verstehen, was da passiert – dieses kleine Heft ohne Verlag im Rücken, und dann auch noch dieser Miniaturschriftzug. „Das ist doch euer Name! Das Logo muss doch groß sein!“ Für sie war das total unverständlich. Diese Art von Denken hat sich durch das Internet in den letzten zehn Jahren und durch den großen Erfolg von Magazinen wie Fantastic Man und apartamento enorm gewandelt. Dass überhaupt die Möglichkeit besteht, dass solche relativ ungewöhnlichen Formate in dieser Branche Fuß fassen können, hätte damals niemand gedacht. Man vergisst leicht, wie ungewöhnlich eine apartamento für die damalige Zeit war. Aber auch die großen Firmen haben gemerkt, dass sie mit ihren klassischen Modellen nicht mehr weiterkommen, wenn sie nicht anfangen, umzudenken. Bist du zufrieden mit dem was aus mono.kultur geworden ist?! Ja, total. Das Konzept „Eine Ausgabe, ein Interview“ ist erstaunlich langlebig. Wir überlegen zwar immer wieder mal, nach fast 13 Jahren, ob es Zeit für ein anderes Format wäre. Wir wissen aber tatsächlich nicht, wie wir es besser machen könnten. Was nicht heissen soll, dass wir uns über die Jahre nicht entwickelt hätten – aber das Grundkonzept von mono.kultur ist erstaunlich ähnlich zur allerersten Ausgabe. Vieles ist aber auch im Format und Konzept selbst angelegt, weil es uns zwingt, uns mit jeder neuen Ausgabe neu zu erdenken. Im Prinzip ist jedes Heft eine Art Relaunch. Wie lange dauert eine Ausgabe im Regelfall?! Wenn wir zackig sind, dauert das so gut drei Monate von Anfang bis Ende. Das hört sich fix an… In Realität sind es auch wohl eher sechs Monate… Das hängt von vielen Faktoren ab. Das Problem ist, dass vieles bei mono.kultur nebenher abläuft, die meisten von uns widmen sich mono.kultur in ihrer Freizeit, und arbeiten in anderen Jobs. Bei mir ist es vielleicht ein-viertel beruflich. Führst du manche Interviews auch selbst?! Ganz selten. Ich glaube, ich habe insgesamt drei Interviews gemacht. James Nachtwey, Taryn Simon, David LaChapelle. Immer die Fotografen… Aber andere machen das besser, ich finde ein Interview zu führen ziemlich schwierig. Warum?! Ein wirklich gutes Interview zu machen ist eine Kunst. Einerseits muss man eine klare Vorstellung haben, wo es hingehen soll. Wir überlegen uns im Vorfeld sehr genau, warum wir mit jemanden ein Interview machen möchten. Gleichzeitig muss man unglaublich präsent und offen sein, um die Stimmung des anderen wahrzunehmen und spontan auf Antworten einzugehen oder entsprechend umschalten zu können. Es kann immer sein, dass sich daraus etwas ergibt, was einen dahin führt, wo man hinwill, aber eben ganz anders als ursprünglich geplant. Richtig schwierig finde ich auch die kritischen Fragen. Es besteht immer das Risiko, dass die Stimmung sehr schnell kippt, und das ist dann oft nicht so einfach zu retten. Das ist eine sehr feine Linie, auf der man sich bewegt und es hängt sehr viel davon ab, wie und wann man die richtigen Fragen stellt. Bei dem amerikanischen Kriegsfotograf James Nachtwey war es zum Beispiel nicht einfach. Ich bewundere seine Arbeit, er gibt kaum Interviews. Es hat mehrere Jahre gedauert, sein Vertrauen zu gewinnen. Er wird oftmals sehr scharf dafür angegriffen, dass er sehr schreckliche Dinge auf eine derart ästhetische und bewegende Art in seinen Fotografien darstellt. Das ist eine Diskussion, auf die er überhaupt keine Lust mehr hat – er hat für sich selbst eine Antwort darauf gefunden, aber er will sich dafür nicht rechtfertigen müssen. Dementsprechend war es auch nicht einfach, über solche Themen zu reden, da muss man den richtigen Ton treffen. Dieses Doppelbödige ist wirklich eine Kunst – einerseits den größeren Bogen im Kopf und andererseits die Uhr im Blick zu behalten. Man muss ein Gespür dafür haben, an welcher Stelle es in Ordnung ist, noch einmal nachzuhaken, und wann man es lieber bleiben lassen sollte. Ich habe das Gefühl, dass meine Stärken in anderen Bereichen liegen. Eher das, was hinter den Kulissen passiert, ganz ohne Zeitdruck. An die Front müssen die anderen. Vielen Dank! Die aktuelle mono.kultur #47 mit Iris van Herpen findet ihr hier und alle noch erhältlichen Ausgaben von mono.kultur gibt es jetzt auch online.

Tate etc. is discussing with Frank Bowling the possibilites of paint. This issue also features a vis-à-vis between Olafur Eliasson and Lily Cole, Keith Harring and many more.

In light of recent political shifts across the globe, have you sensed a change in the position of the art institution vis-à-vis political activism? Can an art institution go from being an object of critique to a site for organizing? How? Should the art institution play this kind of role? What other roles can or should it play? What other institutions, curators, or publics do you look to in formulating your own institution's position? [expand title="more"]Recent controversies over curatorial choices have foregrounded the different ways in which institutions envision their audience(s). In your experience, is this process changing? How should it proceed?How can an institution address the dichotomy between art as cultural entertainment and art as political inquiry? What is the role of the curator in mediating this? How does this compare to the artist?s role? How can art institutions be better? [/expand]